Chronik

Es waren am 28. November 1963 32 Männer, die sich auf Anregung des Gemeindevorstandes der Gemeinde Gräfenhausen im Bürgerhaus trafen, um über die Gründung eines Angelsportvereins zu sprechen. Am 11. Januar 1964 war es dann soweit. Im Gasthaus „Schloßschenke“ in Gräfenhausen, das dann auch das Vereinslokal der Angler wurde, fand die offizielle Gründungsversammlung statt. Die Anwesenden der Versammlung wählten auf die Dauer von drei Jahren folgenden Vorstand:

		1.Vorsitzender 	Georg Langendorf, Gräfenhausen
		2.Vorsitzender	Walter Wolf, Darmstadt
		Schriftführer 	Karl-Heinz Uhlig, Schneppenhausen
		Rechner 	Wilhelm Riedl, Schneppenhausen
		Gewässerwart	Heinrich Volz, Gräfenhausen
		Gewässerwart	Johan Jagsch, Gräfenhausen
		Sportwart	Hans Holzfuß, Darmstadt
		Vertauensmänner	Helmut von Uffel und Valentin Kunz
	

Ende des Jahres 1964 bestand der Angelsportverein Gräfenhausen e.V. bereits aus 118 Mitgliedern. 1965 gab sich der Verein ein Emblem. Das Sinnbild ist eine „springende Forelle“. Kaum waren die ersten Aufbauarbeiten des Vereins begonnen, brachte an Pfingsten 1965 ein folgenschweres Unwetter den ersten Rückschlag und herbe Verluste für den jungen Verein. Der größte Teil, wenn nicht sogar der gesamte eingebrachte Fischbestand im Wert von 12.000,-- DM geriet in Verlust. Die Apfelbach, die im Südosten in den See einbrach und den Steinrodsee zum überlaufen brachte, verschaffte sich selbst durch einen gewaltigen Durchbruch im Nordosten zwischen See und Flußbett ein Ventil. Übrig blieben nach der Katastrophe je ein ca. 15 Meter breiter und mehrere metertiefer Ein- und Ausbruch. Mit Großem Arbeitsaufwand der Mitglieder wurde der Schaden behoben! An angeln war vorerst nicht mehr zu denken. Der Neuaufbau des Gewässers, mit zusätzlichen finanziellen Belastungen jedes einzelnen Mitgliedes, war die Folge. Erst im Herbst 1966 wagte man, aber nun am heimischen Gewässer, ein erstes vereinsinternes Wettfischen. Georg Langendorf wurde der Erste „Fischerkönig“ in der Knapp drei Jährigen Vereinsgeschichte. 1968 wurde von einem Mitglied des Vereins eine Fischerkette gestiftet; optisches Symbol der Würde des Fischerkönigs. Die Fischerkette – heute Ausgestellt im Schaukasten in der Fischerhütte – hat bereits Tradition. Auf Silberplättchen haben sich bereits zahlreiche „Könige vom Steinrodsee“ durch ihren Siegesfischzug namentlich verewigt.

Im Jahre 1969 kam zum ersten Mal der Gedanke auf, für Angler am Steinrodsee eine feste Bleibe, eine Fischerhütte, zu bauen. Aus vielerlei Gründen konnte diese Idee noch nicht verwirklicht werden. In den Jahren 1970 und 1971 begann die Gemeinde Gräfenhausen mit dem Ausbau des „Steinrodsees“ als Freizeit- und Erholungsgebiet. Der See selbst wurde etwas an den Uferregionen umgestaltet, die Errichtung eines Standgebäudes und die Anlegung eines Campingplatzes geplant. In der Jahreshauptversammlung am 15. Januar 1971 konnte der Angelsportverein Gräfenhausen e.V. nach langen Verhandlungen mit der Gemeinde Gräfenhausen den ersten schriftlich fixierten Pachtvertrag aus den Händen des 1. Beigeordneten Karl Schnitzspan entgegen nehmen. Der Pachtvertrag hat eine Laufzeit von 12 Jahren, rückwirkend beginnend vom 1. Januar 1970 bis zum 31.Dezember 1981.

Im Spätherbst 1972 legten 41 Mitglieder des Angelsportvereins eine vereinsinterne Fischerprüfung ab. Der Vorstand mit seinen Mitgliedern war sich einig, dass in Zukunft am Steinrodsee nur noch der angeln darf, der durch eine Prüfung seine Fach- und Sachkenntnisse im Angelsport und seine Waidgerechtigkeit nachweisen kann. Heute haben alle aktiven Angler der Steinrodsees ihren sogenannten „Fischereischein“, damals „Fischereipass“, in der Tasche.

1974 bestand der Verein 10 Jahre. Am 4 Mai 1974 fand im Vereinslokal „Schloßschänke“ eine akademische Feier statt. 1. Vorsitzender Georg Langendorf und Bürgermeister Heinrich Bengel hielten Rückblick und tauschten Worte des Dankes für die bisherige gute Zusammenarbeit aus. Beide Herren ehrten 32 Mitglieder für 10 jährige Vereinszugehörigkeit. Im Jubiläumsjahr wurde erstmals, und zwar am 29. Und 30. Juni 1974, ein Fest am Steinrodsee veranstaltet. Teilnahme, insbesondere durch die Einwohner der Gemeinde Gräfenhausen, war so groß, dass der Vorstand beschloss, das „Fischerfest“ alljährlich zu veranstalten. Nach 2 Jähriger Pause in den Jahren (2007 und 2008) wurde das Öffentliche Fischerfest auf Grund der zurückgehenden Besucher in ein Vereinsinternes Sommernachtsfest umgewandelt. Welches 2009 zahlreiche Vereinsmitglieder und Freunde zum Spanferkelessen zusammenbrachte.

Im Jahre 1977 verlor die Gemeinde Gräfenhausen seine Selbstständigkeit. 1. Vorsitzender Georg Langendorf nahm in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 29. Oktober1976 die Gelegenheit war, der Gemeinde Gräfenhausen und insbesondere ihren politischen Repräsentanten herzlich zu danken für die freundliche Unterstützung in all den zurückliegenden Jahren.

Mit der Gebietsform und der Eingliederung in die Gemeinde Weiterstadt wurde erneut der Bau der Fischerhütte von den Vereinsmitgliedern diskutiert. Der Vorstand wurde beauftragt, Kontakte mit der Gemeinde Weiterstadt aufzunehmen. Breits die ersten Gespräche verliefen zufriedenstellend, war doch aus Gemeindegremien keine grundsätzlichen Bedenken gegen den Bau einer Fischerhütte am Steinrodsee bestünden.

Am 15. August 1978 legte der 1. Vorsitzende Georg Langendorf aus beruflichen Gründen sein Amt nieder. Er stand 14,5 Jahre an der Spitze des Vereins. Der Verein hat ihm sehr viel zu verdanken. Sein Nachfolger, Horst Halama, wurde am 20. Oktober auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung gewählt. Noch am gleichen Tag wurde eine umfassende Satzungsänderung durchgeführt, die als Schwerpunkt die Anerkennung der „Gemeinnützigkeit“ des Vereins zum Ziel hatte.

Zwischenzeitlich, also seit 1964, gab es Verschiebungen in der Besetzung der Vorstandspositionen.

In der Mitgliederversammlung im Oktober 1979 berichtete der 1. Vorsitzende Horst Halama über die erfolgreichen Verhandlungen mit den Behörden, die Fischerhütte im Außenbereich, am Steinrodsee bauen zu dürfen. In der Jahreshauptversammlung am 11. Januar 1980 wurde unter anderem der Planung, der Raumaufteilung und dem Standort der Fischerhütte durch die Mitglieder zugestimmt. Am 16. August 1980, im Rahmen der 7. Fischerfestes am Steinrodsee, wurde der Erste Spatenstich für den Bau vollzogen. Vorsitzender Horst Halama konnte außer den zahlreich erschienenen Mitgliedern als Gäste Bürgermeister Günter Hahn und einige Mitglieder der Gemeindevertretung und des Gemeindevorstandes begrüßen. Bereits am 4. Oktober 1980 konnte das Richtfest Gefeiert werden. Trotz oft eisiger Kälte vom November 1980 bis Februar/März 1981 gingen die Arbeiten an der Fischerhütte weiter. In ca. 5300 Stunden (Eigenleistung der Mitglieder) und in nur neun Monaten wurde dieses Haus gebaut. Eine beispielhafte Teamarbeit, die die Verbundenheit zum Steinrodsee, aber auch die Verantwortung eines jeden einzelnen Mitgliedes gegenüber dem Verein und dem ihm anvertauten Bereich hundertfach unter Beweis stellte.

			Fischerkönige des Steinrodsees
			
		1966	Georg Langendorf, Gräfenhausen
		1967	Harry Rahn, Darmstadt
		1968	Dr. Kallmeyer, Darmstadt
		1969	Franz Pöhlmann, Darmstadt
		1970	Heinrich Lang, Darmstadt
		1971	Jackob Volz, Wixhausen
		1972	Reinhold Diefenbach, Braunshardt
		1973	Horst Halama, Braunshardt
		1974	Edwin Kienert, Gräfenhausen
		1975	Udo Kadegge, Schneppenhausen
		1976	Stefan Kress, Braunshardt
		1977	Hermann Zöller, Darmstadt
		1978	Hans Jagsch, Worfelden
		1979	Hans Bauer, Gräfenhausen
		1980	Dieter Bauer, Gräfenhausen